Meldungen 2022

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© SkillsAustria Florian Wieser

28.11.2022

Erfolg bei der Heim-WM für Österreichs Bau-Fachkräfte

Österreichs Bauwirtschaft darf sich über eine Goldmedaille bei den Berufs-Weltmeisterschaften (24.-27.11.2022) freuen. Das Betonbau-Team Jonas Schulner und Oliver Waily holen bei den WorldSkills in Salzburg Platz 1. Hochbauer Kilian Lupinski sichert sich ein "Medallion for Excellence".

Nach drei anstrengenden Tagen und insgesamt 20 Stunden hochkonzentrierter Wettbewerbszeit jubeln Jonas Schulner und Oliver Waily (beide Firma Leyrer + Graf) am Ende über Platz eins in der Kategorie Betonbau und lassen dabei Nationen wie u.a. China, Deutschland und Japan hinter sich: "Gold bei der Heim-WM – besser geht’s nicht! Ein sensationelles Gefühl! Es war anstrengend und der Druck enorm, aber jetzt genießen wir nur noch! Ein großes Dankeschön an unseren Ausbilder und unseren Arbeitgeber, der uns diese Erfahrung ermöglicht hat!"

Österreichs Betonbauer setzen damit eine beeindruckende Serie fort: seit der Einführung der Kategorie Betonbau holten die rot-weiß-roten Teilnehmer jedes Mal Platz eins (siehe Tabelle unten). Für die Vorbereitung zeichnete Ausbilder Thomas Prigl verantwortlich.

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© OHIL Film

Hochbauer Kilian Lupinski von der Firma Karl Puchleitner Bau sichert sich Platz 7 und ein "Medallion for Excellence", welches nur ab dem Erreichen einer sehr hohen Punkteanzahl vergeben wird. Als Aufgabe hatte der Steirer 3 Module in 3 Tagen zu errichten. Gold sichern sich ex aequo die Teilnehmer aus Deutschland, China und der Schweiz. Das gab es noch nie und zeugt von der starken Konkurrenz in der Hochbau-Kategorie. Im letzten Jahr gewann Kilian den Bundeswettbewerb der Hochbauer, der ebenfalls in Salzburg ausgetragen wurde.

"Vor einem Jahr bester Hochbauer Österreichs und nun diese Erfahrung, mich mit den weltweit besten Fachkräften zu messen! Ein Erlebnis, für das ich sehr dankbar bin. Ich freue mich für meine Mitstreiter, hier sind echte Freundschaften entstanden", so der 19-Jährige aus Feldbach. Kilian Lupinski wurde von Ausbilder Roland Mittendorfer vorbereitet.

Gold und ein "Medallion for Excellence" - diese Ergebnisse zeigen einmal mehr, dass das triale Ausbildungssystem der österreichischen Bauwirtschaft - bestehend aus Betrieb, Berufsschule und Lehrbauhof - Fachkräfte hervorbringt, die im internationalen Vergleich zu den Besten zählen.

Platzierungen von Österreichs Bau-Fachkräften bei internationalen Berufs-Wettbewerben seit 2010:

Betonbau (erstmals 2015 ausgetragen)

2022WorldSkillsGoldJonas Schulner und Oliver Waily
2021EuroSkills GoldGeorg Engelbrecht und Daniel Mühlbacher
2020kein Bewerb
2019WorldSkills GoldMateo Grgic und Alexander Krutzler
2018EuroSkills GoldSebastian Frantes und Markus Haslinger
2017WorldSkills GoldAlexander Tury und David Wagner
2016kein Bewerb
2015WorldSkills GoldMichael Haydn und Alexander Hiesberger

Hochbau

2022WorldSkills7. & Medallion for ExcellenceKilian Lupinski
2021EuroSkillsGoldMichael Hofer
2020kein Bewerb
2019WorldSkillsSilberMarc Berndorfer
2018EuroSkillsSilberMarc Berndorfer
2017WorldSkills GoldRobert Gradl
2016EuroSkills 5. & Medallion for ExcellenceOliver Pieber
2015WorldSkills SilberMartin Entholzer
2014EuroSkills GoldKevin Jaindl
2013WorldSkills SilberMartin Mittelberger
2012EuroSkills GoldMatthias Moosbrugger
2011WorldSkills 5. & Medallion for Excellence Thomas Gaugl
2010EuroSkills GoldMichael Krauskopf
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Bau­wirt­schaft kämpft mit ex­plo­die­ren­den Ma­te­rial­kosten

10.06.2022

Preis­stei­ge­run­gen am Bau: Bau­ge­wer­be sieht sich in der Zwick­mühle

Klarstellung der Landesinnungsmeister-Konferenz zum Vorwurf der Preistreiberei in Baubranche

Bei der gestrigen Sitzung des Exekutivkomitees der Bundesinnung Bau (Landesinnungsmeister-Konferenz) stand das Thema Preissteigerungen im Mittelpunkt der Agenda. Dabei wurden auch die Aussagen von Sozialminister Johannes Rauch zum Thema Mitnahme-Effekte bei Preissteigerungen in der Baubranche diskutiert. Als Ergebnis dieser Diskussion wurde übereinstimmend festgehalten, dass sich die bauausführende Wirtschaft definitiv nicht als Preistreiber sieht, sondern ganz im Gegenteil versucht, die explosionsartig gestiegenen Beschaffungskosten von Material und Energie bestmöglich abzufedern.

Fakt ist, dass die Kostensteigerungen am Materialsektor ihren Ausgang finden, daher zählt die bauausführende Wirtschaft - wie auch Auftraggeber bzw. Bauherrn – zu den Leidtragenden dieser Entwicklung. "Das Baugewerbe hat – nicht zuletzt aufgrund der bislang üblichen Fixpreis-Zusagen – einen Großteil der Mehrkosten bei den Baumaterialien schultern müssen", so Bundesinnungsmeister Robert Jägersberger. "Wenn der Sozialminister also die Baubranche als Beispiel für Mitnahme-Effekte im Zusammenhang mit Preissteigerungen anführt, so wäre es angebracht, hier eine Präzisierung in Richtung Materialsektor vorzunehmen. Die Preissteigerungen erfolgen nämlich definitiv nicht im Bereich der bauausführenden Wirtschaft."

Die aktuelle Krisensituation am Bau war auch bestimmendes Thema bei dem im Anschluss an die Landesinnungsmeister-Konferenz stattgefundenen Festakt der Bundesinnung Bau aus Anlass des 75jährigen Bestehens. Dabei wurde nicht nur auf die vergangenen Jahrzehnte zurückgeblickt, sondern auch die wichtigsten Themen und Herausforderungen der Gegenwart sowie der nächsten Jahre angesprochen. Weiters wurde der formal bereits im Dezember 2020 während des Lockdowns vollzogene Obmann-Wechsel an der Spitze der Bundesinnung Bau in Form einer feierlichen Schlüsselübergabe nachgeholt. Im Zuge der Schlüsselübergabe würdigte der neue Bundesinnungsmeister Robert Jägersberger das erfolgreiche Wirken des scheidenden Obmanns Hans-Werner Frömmel, der mehr als 20 Jahre als Spitzenvertreter des Baugewerbes fungierte. Für seine Verdienste um das österreichische Baugewerbe wurde Hans-Werner Frömmel mit der höchsten Auszeichnung - dem Ehrenring der Bundesinnung Bau - ausgezeichnet.

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Fix­prei­se am Bau sind ein Aus­lauf­modell

10.03.2022

Fix­prei­se am Bau als Aus­lauf­mo­dell: unbe­re­chen­ba­re Roh­stoff­märk­te ver­stär­ken Trend zu index­ba­sier­ten Ver­gü­tungs­mo­del­len

Neue Kostentreiber wie z.B. CO2-Bepreisung konterkarieren die Bemühungen zur Schaffung von leistbarem Wohnraum

Die Beschaffung von Rohstoffen ist mit Fortdauer der Corona-Krise zu einer der größten Herausforderungen für Bauschaffende geworden. Die ohnedies sehr angespannte Situation auf den Rohstoffmärkten mit unvorhersehbaren Preissprüngen und Lieferengpässen hat sich durch die Ukraine-Krise nochmals zugespitzt. Die Märkte werden zusehends volatiler und sind zurzeit schlicht nicht mehr berechenbar.

Dadurch wird es für die bauausführende Wirtschaft nahezu unmöglich, ihren Kunden fixe Preise anzubieten bzw. diese auf Baudauer zu garantieren. Dies gilt auch für kleinere Bauprojekte mit relativ kurzen Fertigstellungsfristen, die in der Vergangenheit häufig zu Festpreisen abgewickelt wurden.

Der Trend geht ganz eindeutig zu Verträgen mit veränderlichen Preisen. Bei derartigen Bauverträgen ist eine Anpassung der vereinbarten Vergütung auf Basis der jeweils aktuellen Materialpreissituation festgelegt. Insbesondere für jene Leistungsbestandteile, die einer weltmarktabhängigen volatilen Preisentwicklung unterliegen, führt an dieser index- oder warenkorbbasierten Preisgleitung kein Weg vorbei.

Die Vereinbarung variabler Preise ist aber auch für den Auftraggeber von Vorteil: Einerseits müssen vom Bauunternehmen keine Risikozuschläge in die Angebote eingepreist werden, wodurch die Angebote günstiger, transparenter und vergleichbarer werden. Andererseits profitiert der Bauherr auch von entsprechend reduzierten Abrechnungspreisen, wenn die Beschaffungskosten während der Bauausführung wieder zurückgehen.

Die aktuellen Verknappungen auf den Rohstoffmärkten erzeugen nicht nur erhebliche Unsicherheiten, sondern befeuern insbesondere auch die anhaltende Dynamik der Baupreise. Damit nicht genug: Mit der für 1. Juli 2022 geplanten Einführung einer CO2-Bepreisung steht bereits der nächste Kostenschub ins Haus, welcher letztendlich vom Bauherrn bzw. Konsumenten geschultert werden muss und das gemeinsame politische Ziel des leistbaren Wohnens konterkariert. Die Bauwirtschaft appelliert daher an die politischen Entscheidungsträger, den Zeitplan der CO2-Bepreisung nochmals zu überdenken und dessen Einführung zumindest so lange auszusetzen, bis sich die Entwicklung auf den Rohstoffmärken wieder einigermaßen stabilisiert hat.

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