Meldungen 2021

Für die Zu­kunfts­the­men im Bau­ge­wer­be

01.09.2021

ÖBV grün­det Zu­kunfts­agen­tur Bau

Die Tochtergesellschaft des Baumeisterverbandes widmet sich Zukunftsthemen des Baugewerbes

Forschung, Digitalisierung sowie Aus- und Weiterbildung sind die wesentlichen Zukunftsthemen für das Baugewerbe. Um bereits existierende Aktivitäten in diesen drei Handlungsfeldern zu bündeln und weitere Maßnahmen ins Leben zu rufen, hat der Österreichische Baumeisterverband (ÖBV) die Zukunftsagentur Bau GmbH (ZAB) gegründet. Sie soll österreichweit Forschungs- und Digitalisierungsprojekte koordinieren, forcieren und die Ergebnisse im Sinne der Bauwirtschaft verbreiten und verwerten.

Bereits im Jahr 2017 hat der ÖBV die Kompetenzzentrum Bauforschung GmbH (KBF) zum Zweck der Umsetzung von Bauforschungs-Aktivitäten gegründet. Zusätzlich zu den vielfältigen bautechnischen Innovationen (z.B. bei Baukonstruktionen, Energieeffizienz) setzt sich die Bauwirtschaft seit Jahren mit zahlreichen neuen Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung auseinander. Um die bereits laufenden Aktivitäten in den Bereichen Forschung und Digitalisierung zu bündeln, hat der ÖBV heuer die ZAB gegründet. Diese baut auf der bereits vorhandenen Struktur der KBF auf und widmet sich zusätzlich auch dem Bereich Aus- und Weiterbildung.

Mit ihren Aktivitäten verfolgt die ZAB drei strategische Kernziele. Der Bereich Digitalisierung und Innovation soll sich der Intensivierung von digitaler Wertschöpfung und der Etablierung von Innovationen in der Bauwirtschaft widmen. Die Aufgaben im Bereich Bauforschung werden wie bisher wahrgenommen. Dabei wird zusätzlich zu den etablierten Forschungsthemen (wie z.B. Energieeffizienz) künftig unter anderem verstärkt in den Bereichen Baubetrieb, Produktivität, Automatisierung und Robotik sowie Arbeitssicherheit geforscht. Zu den Aufgaben im Bereich Kommunikation zählen u.a. die Ergebnisse aus den zwei erstgenannten Bereichen in die Weiterbildung zu integrieren, als Kommunikator bzw. Multiplikator im Innovationsprozess zu agieren sowie die Ergebnisse von Forschungs- wie Digitalisierungsprojekten in den Ausbildungsprogrammen der acht österreichweiten BAUAkademien zu implementieren.

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Stei­gen­de Be­schaff­ungs­kosten und Liefer­engpässe

08.04.2021

Bau­motor läuft, aber Bau­fir­men be­fürch­ten Kosten­falle

Baukonjunktur derzeit auf hohem Niveau; Steigende Beschaffungskosten und Lieferengpässe setzen Baubranche unter Druck;

Spätestens seit Jahresbeginn 2021 stiegen die Beschaffungskosten vieler wesentlicher Baustoffe dynamisch an. Im ersten Quartal allein haben sich die Preise für Betonstahl um mindestens 35 bis 40% erhöht. Vergleichbare Entwicklungen mit zweistelligen Zuwachsraten zeigen sich u.a. auch bei Holz- und Dämmstoffprodukten sowie Erdölderivaten (Bitumen etc.).

Höhere Gewalt, wohin man schaut

Zusätzlich zu den Preissteigerungen kündigten zuletzt viele Baustoffproduzenten eingeschränkte Verfügbarkeiten und unsichere Lieferfristen bei wesentlichen Baumaterialien an. Die dafür ins Treffen geführten Gründe sind vielfältig: LKW-Staus durch coronabedingte Grenzkontrollen und überlastete Testcenter an den Grenzen, Engpässe bei Verpackungsmaterial und Paletten, Ausfälle beim Rohstoffeinkauf auf den internationalen Märkten oder fehlende Kapazitäten bei Seecontainern - um nur einige zu nennen.

Baustoffproduzenten überbieten sich aktuell gegenseitig mit "Force Majeure"-Meldungen. Einigkeit unter den Produzenten herrscht dahingehend, dass dies als Anlass für massive Preiserhöhungen gesehen wird und – Stichwort "höhere Gewalt" – man sich vielfach nicht an Pönalvereinbarungen bei Nichteinhaltung der Lieferfristen gebunden fühlt.

Wer trägt das Risiko?

Die Risikotragung bei unerwarteten Kostensteigerungen regelt der Bauvertrag:

Bei kleineren Bauprojekten (z.B. Einfamilienhausbau) werden in der Regel Festpreisverträge abgeschlossen, bei denen keine nachträgliche Anpassung der angebotenen Preise vorgesehen ist. Hier drohen erhebliche Fehlvergütungen und die Baufirmen stecken in der Kostenfalle.

Bei längerfristigen Bauverträgen (z.B. bei großen Infrastrukturprojekten), für die veränderliche Preise vereinbart wurden, ist eine Vergütung auf Basis der jeweils aktuellen Preissituation festgelegt. Insbesondere für jene Leistungsbestandteile mit preissensiblen Kostenanteilen, die einer (meist weltmarktabhängigen) volatilen Preisentwicklung unterliegen, führt die Vereinbarung einer geeigneten Preisgleitung zu einer fairen Risikoteilung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer. Dies ist auch für den Auftraggeber von Vorteil: Bei der Angebotskalkulation werden individuelle Risikozuschläge vermieden, wodurch die Angebote transparenter und vergleichbarer werden. Darüber hinaus profitiert der Bauherr bei sinkenden Beschaffungskosten von entsprechend reduzierten Abrechnungspreisen.

Festpreise noch marktkonform?

Entwickeln sich die Rohstoffpreise weiterhin so volatil, stellt sich unweigerlich die Frage, ob auch in Zukunft Festpreisverträge vereinbart werden können. Es ist keineswegs auszuschließen, dass der Markt auch bei kleineren Bauprojekten nur noch veränderliche Preise zulässt.

Ungeachtet der jeweiligen Vertragskonstruktion erscheint aber für die unmittelbare Zukunft jetzt schon sicher, dass - selbst wenn sich die Kostensituation am Materialsektor wieder stabilisieren sollte - sich die Baupreise bis auf weiteres tendenziell nach oben bewegen werden. Dafür sorgen schon alleine Löhne und Gehälter, welche jährlich aufgrund der kollektivvertraglichen Erhöhungen kontinuierlich steigen.

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E-Baulehre knackt 100.000-Schallmauer!

02.02.2021

Di­gi­ta­le Lern­platt­form der Bau­wirt­schaft über­trifft alle Er­war­tun­gen

www.e-baulehre.at verzeichnet mehr als 100.000 Video-Aufrufe

Mit www.e-baulehre.at hat Österreichs Bauwirtschaft Ende 2019 ein richtungsweisendes digitales Trainingsprogramm zur Unterstützung der Ausbildung von Baulehrlingen geschaffen. Die im Auftrag der Bauverbände entwickelte Plattform hat sich gerade während der Corona-Pandemie bestens bewährt und wird von den Jugendlichen gut angenommen.

Die aktuellen Zahlen:


Das öffentlich zugängliche Bau-Lernportal holt die Jugendlichen dort ab, wo sie sich in ihrer Freizeit aufhalten: online im Netz. Die mediale Wissensvermittlung mit Bildern, Filmen und Gaming-Charakter gewährleistet ein effizientes und motiviertes Lernen der Ausbildungsinhalte.

Das Lernportal umfasst drei Bereiche:

  • Online-Trainings: 90 Online-Kurse zur Vermittlung von Fachkenntnissen
  • Lehr-Videos: Über 120 Lehr-Videos zur Veranschaulichung der Fertigkeiten aus dem Lehrberuf
  • Wissens-Check: Rund 2.900 Fragen zur Online-Wissensüberprüfung


Die E-Learning-Tools sind einfach zu bedienen und werden von den Lehrlingen zur Erarbeitung der Inhalte genutzt. Das E-Learning-Programm unterstützt die Ausbildungen in den Lehrbetrieben, an den Berufsschulen sowie an den BAUAkademien und dient als Vorbereitung und Vertiefung des Präsenzunterrichts. Ausbildungsbetriebe haben außerdem die Möglichkeit, den Lernerfolg ihrer eigenen Lehrlinge auf der Plattform nachzuvollziehen und den Auszubildenden maßgeschneidert Online-Trainings zuzuweisen.

Die Zugriffszahlen zeigen, dass nicht nur Lehrlinge dieses innovative Lernportal nutzen, sondern mittlerweile auch Fachkräfte sowie Schüler von Bau-HTLs etc.

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